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AUFGELESEN - Kärntner Woche
Die Abwanderung mit Geld stoppen
22.02.2008 - 11:41
Einheitsliste will mit Förderungen für Private Abwanderung in Eisenkappel bekämpfen. SPÖ, BZÖ, ÖVP dafür
von Erich HOBER
Kärntner Woche – Bezirksteil Völkermarkt 20.02.2008
Seit 1991 wanderten rund 1.000 Menschen aus der Gemeinde Eisenkappel aus. Die Einheitsliste will mit Förderung locken.
BAD EISENKAPPEL. Die Gemeinde Eisenkappel/Vellach gehört zu den abwanderungsstärksten Gemeinden Kärntens. 1991 lebten noch 3.650 Bürger in der Gemeinde, heute hingegen sind es nur mehr 2.450. In den vergangenen Jahren haderte die Gemeinde zudem mit Betriebsschließungen.
Nun will Einheitsliste (EL) Gemeinderat Franz Josef Smrtnik in die Offensive treten.
Smrtnik denkt dabei an finanzielle Förderungen für jene, die ihr Haus umbauen oder sanieren, sowie für jene, die ihren Hauptwohnsitz nach Eisenkappel verlegen wollen. „Für Sanierungen schweben mir 2.000 bis 2.500 Euro vor“, sagt Smrtnik. Die Anmeldung eines Hauptwohnsitzes würde Smrtnik 1.000,-- Euro Euro wert sein. „Einen diesbezüglichen Antrag werde ich in der der nächsten Gemeinderatssitzung einbringen“, so Smrtnik, der hinzufügt: „Wir müssen Eisenkappel als Wohngemeinde interessant machen. Wirtschaftlich schaut es nicht rosig aus, und vom Tourismus allein kann man auch nicht leben.“
Idee findet Anklang
Smrtniks Idee findet Anklang bei den Gemeinderäten Franz Kummer (ÖVP) und Hans Georg Lopar (BZÖ). „Diesen Vorschlag können wir nur unterstützen“, so die Vertreter von ÖVP und BZÖ. Kummer plädiert zudem für billigere Wohnungen: „Die Wohnblöcke der Kärntner Heimstätte nahe des Kurbades sind nicht ausgelastet. Ich könnte mir vorstellen, diese mit 100 Euro zu fördern.“
Bürgermeister Dieter Haller (SPÖ) findet die Idee Smrtniks „gut“, verweist aber darauf, dass Hauseigentümer in der Gemeinde schon unterstützt wurden und gemeindeeigene Wohnungen „billig“ seien.
Das Geld will Smrtnik aus den Mitteln der Bedarfszuweisungen bekommen. „Wie gesagt, die Idee ist gut, aber diesbezügliche Verhandlungen gab es bereits vor zwei Wochen“, so Haller. Kummer hätte das Geld der Abstimmungsspende dafür verwendet: Wir brauchen ja keinen Jugendraum, wenn uns die Jugend abhanden kommt.“
Lopar würde bei zukünftigen Tätigkeiten der Gemeinde einsparen: „Wir brauchen derzeit keine „Luxusartikel“ wie den neuen geplanten Brunnen. Das Geld könnten wir für die angesprochenen Förderungen verwenden.“



