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EURO 2008 Klagenfurt/Celovec
EURO 2008 deckt unfähige Kärntner Politik auf
17.06.2008 - 10:50
Der Nichterfolg des österreichischen Nationalteams geht einher mit groben Patzern der politisch Verantwortlichen in Kärnten. Angefangen bei den ausgebliebenen Massen bis hin zu Politikern, die durch ihren Wahlkampf die Kärntner EURO-Organisation rund um den Chef des EURO-Organisationskomitees Manfred Pock in der Arbeit behinderten.
Einerseits die Einschüchterungen durch die Ankündigung organisierter Vergewaltigungstrupps aus den Ostländern, andrerseits die Zersplitterung der ohnedies wenigen Kärntner Fans durch wahlkämpfende Politiker mit ihren eigenen Treffpunkten, oder die von SPÖ-LR Rohr größtenteils unbesuchten Public-Viewings im ganzen Land, die mit Chef-Organisator Pock nicht koordiniert waren, zeigen das Spiegelbild der zerstrittenen Kärntner Politik von BZÖ, ÖVP und SPÖ und Grünen, die es nicht schafften bei einem Jahrhundertprojekt zusammen zu arbeiten. „Der mediale Bericht von Manfred Pock lässt die Grausbirnen aufkommen“, meint EL-Landesgeschäftsführer Adrian Kert und fügt hinzu, dass „die Fahnen an den Autos offenbar die einzige Beteiligung der meisten Kärntner Fans an den EURO-Feiern war“.
Weiteres trugen übereuphorische Annahmen der Politiker bei, vor allem riesige Zuschauermassen, von denen Landeshauptmann Jörg Haider und Klagenfurts Bürgermeister Harald Scheucher sprachen, blieben vollkommen aus. Die bald gesperrten Fanzonen und die durchwegs unzufriedenen Gastwirte sprechen eine klare Sprache.
Das ist der Geist, der nur auf Abzocken aus ist und dabei nicht bemerkt, dass die EURO ein internationales Fest ist, das von Stimmung lebt und getragen wird. Die verbohrte, noch immer nur deutschnational ausgerichtete Kärntner Politik war auch mit zwei slawischen Nationen in Klagenfurt heillos überfordert, die volkskulturelle Klangwolke zur Eröffnung ging ja bekannter Weise ohne einen einzigen Kärntner slowenischen Beitrag über die Bühne: „Wie will man da zwei andere slawische Nationen für sich gewinnen, wenn man einen slawischen Teil von sich selbst in den Keller sperrt“, fragt sich EL-LGF Kert.
Der latente Antislawismus war offenbar auch in Form einer schlechten Beschilderung für kroatische und polnische Fans in deren Sprache erkennbar. „Nur gut, dass in den Klagenfurter Fanzonen Kärntner Slowenen unterwegs waren, die für die Kroaten und Polen gerne den Dolmetscher und Wegbeschreiber spielten“, gibt Kert ein klares Signal an die Landespolitik diesbezüglich endlich umzudenken.
Jedenfalls sind die steuerzahlenden Bürger zu Recht empört über viele Euromillionen Steuergeld für die Organisation, die offenbar im Sand versickert sind“, kann Kert den Unmut in der Bevölkerung sehr gut verstehen.
Der logische Höhepunkt der Peinlichkeiten war aber die Beschwörung von Klagenfurts Bürgermeister Scheucher an die heimischen Fußballfans und der
5-Euro-Fancheck von LH Haider. „Das zeigt, dass LH Haider zwar dauernd der Bevölkerung die Hände schüttelt, aber dies schon längst nur mechanisch tut durch Stimmenkauf als ein getriebener Machtbonze der eigenen vollkommen gefühllosen PR-Maschinerie“, gibt Kert zu bedenken.
Für Kert steht fest, dass die Großparteien den Organisationsprofis bei der EURO 2008 ins Geschäft pfuschten durch ihren vorgezogenen Wahlkampf, mit dem sie eine schöne EURO-Stimmung bereits im Vorfeld im Keim erstickten und damit echte heimische EURO-Feiern unmöglich machten sowie als bittere Folge den heimischen Gastwirten das Geschäft versauten.


