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DIE KÄRNTNER SLOWENEN

Vereinsleben

Die Gründung politischer Vereine wurde erst durch das Staatsgrundgesetz von 1867 erleichtert. In den darauf folgenden Jahren wurde eine Reihe von politischen Vereinen ins Leben gerufen. Erst kurz zuvor war die Grundherrschaft abgeschafft und die Ortsgemeinde als unterste Stufe der demokratischen Selbstverwaltung und Selbstverantwortung eingerichtet worden (1849). Es mangelte vor allem in den kleinen Landgemeinden an Akteuren, die die demokratische Selbstverwaltung übernehmen wollten.

Ziel der politischen Vereine war es, zu einer Politisierung breiterer Bevölkerungsschichten und deren Beteiligung an der staatlichen Willensbildung beizutragen. In Kärnten reagierten sie auf unterschiedliche Weise auf die Tatsache, dass ein Drittel der Landesbevölkerung slowenischsprachig war. Während die liberalen Volksvereine darauf gar nicht eingingen, hatten beispielsweise der ”Jaunthaler” und der ”Rosenthaler Demokratenverein”, die beide im slowenischsprachigen Gebiet etabliert waren, zweisprachige Statuten, die den Gebrauch beider landesüblicher Sprachen bei Versammlungen und in den Vereinsschriften festlegten. Andere Demokratenvereine und später auch die Sozialdemokraten verwendeten bei ihren Aktivitäten in slowenischen Orten sehr wohl auch Slowenisch. Katholisch-konstitutionelle Vereine wiederum verstanden sich im slowenisch-ethnischen Gebiet per se als slowenische Vereine.

All diese Vereine waren jedoch nur kurz aktiv. Die vorwiegend bäuerliche slowenische Bevölkerung in Kärnten wurde nahezu ausschließlich katholisch-konservativ organisiert. Versuche, sie auf liberaler Basis zu organisieren, scheiterten. Die einzige politische Bewegung unter den Kärntner Slowenen war der ”Katholisch politische und wirtschaftliche
Verein für die Slowenen in Kärnten/Katoliuško politično in gospodarsko društvo za Slovence na Koroškem” (1890). Soziale Aufsteiger wandten sich, sofern sie im Lande Arbeit gefunden hatten, überwiegend den deutschen liberal-nationalen Parteien zu. Die Dorfbourgeoisie fand ihre politische Heimat wiederum im deutschnationalen Kärntner Bauernbund.
Und die Arbeiterschaft sammelte sich in der Sozialdemokratie. Diese war in Kärnten deutsch organisiert und hatte nur halbherzige Versuche unternommen, die slowenischen Arbeiter in ihrer Muttersprache anzusprechen.

Schulwesen
Die Schule hat wichtige Funktionen für die Entwickklung einer Volksgruppe. Lesen und Schreiben lernt man am besten in der Muttersprache. In einem mehrsprachigen Land kann die Schule zur problemlosen Verständigung zwischen den Volksgruppen beitragen, sie aber auch verhindern. Erst 1848 war gewährleistet, dass nahezu alle Kinder die Volksschule absolvieren konnten. Nun wurde innerhalb der Monarchie die Frage der Unterrichtssprache aktuell. Das Unterrichtsministerium entschied, dass die Kinder in ihrer Muttersprache zu unterrichten seien. In Kärnten regte sich recht bald heftiger Widerstand gegen diese Regelung, die einen wesentlichen Baustein für die kulturelle Emanzipation der Slowenen
darstellte. Eine Änderung schien trotz heftigen Bemühens deutsch-nationaler Kräfte vorerst unmöglich.

Erst das Reichsvolksschulgesetz von 1869 brachte eine wesentliche Neuerung: nun konnte der Schulerhalter über die Unterrichtssprache entscheiden. Im slowenischsprachigen Gebiet wurde die sogenannte utraquistische Schule geschaffen. Dem Namen nach sollte der Unterricht gleichermaßen in Slowenisch und Deutsch erfolgen. In der Realität aber war eine slowenische Alphabetisierung nicht das Ziel, zumal viele Lehrer gar nicht des Slowenischen mächtig waren. Der Unterricht wurde zwar in slowenischer Sprache begonnen, jedoch bald in einen rein deutschen Unterricht übergeleitet. Slowenisch diente als Hilfssprache zur Erlernung des Deutschen, für viele Kinder eine Fremdsprache. Die Folge war eine hohe Analphabetenrate, die das wirtschaftliche Fortkommen der Slowenen stark beeinträchtigte. Dieses Schulsystem blieb bis 1941 erhalten.

Genossenschaften
Ein wichtiges Element zur ökonomischen Förderung der Kärntner Slowenen waren die slowenischen Genossenschaften. Und hier hatten die Slowenen eine gewisse Vorreiterrolle. Die erste ländliche Kreditgenossenschaft in Kärnten und eine der ersten österreichweit wurde 1872 in St. Jakob im Rosental gegründet. Bis zum Beginn des 1. Weltkrieges wurden im damaligen Kronland Kærnten über 50 slowenische Kredit-, Produktions- und Viehzuchtgenossenschaften gegründet. Sie hatten eine gesellschaftlich integrierende Funktion. Neben der Förderung ihrer Mitglieder beeinflussten sie durch rege Unterstützungstätigkeit den kulturellen, religiösen, politischen und sozialen Lebensbereich.