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28.07.
2010

Zeitgeschichte

“Diese Geschichten sollten nicht aufgewärmt werden!”

Wenn man in diesen Tagen die Tageszeitungen aufschlägt, so wird man an langen und zum Teil propagandistisch aufgezogenen Berichten - besonders der Kronen Zeitung - über Sprengungen und Attentate in den Siebziger-Jahren nicht vorbei kommen. Merkwürdig mutet an, wenn etwa Reporter der Kronen Zeitung fast gleichzeitig mit der Geheimpolizei am Ort angeblicher Sprengstoffaltlagerstätten auftauchen. Aber auch das überrascht nicht besonders.

Es ist klar, da geht es um politisch motivierte Razzien um von anderen wichtigen Fragen abzulenken. Keine Historikerkommission wird in der Lage sein, objektive Fakten zusammenzutragen: Der Großteil der Geheimdienstunterlagen in Ex - Jugoslawien auch zu diesem Thema wurde vernichtet, die österreichischen Archive, die auch vieles über die Rolle des KHD und verwandter Organisationen in dieser Zeit beinhalten, werden nicht geöffnet. Personen, die in sehr zweifelhaften UDBA - Dossiers erwähnt werden, leben nicht mehr oder sind dort mit Decknamen registriert. Alles in allem, genug Material für Spekulationen und kaum Material das geeignet wäre, objektiv Licht ins Dunkel dieser Zeit zu bringen.

Deshalb bin ich ganz der Meinung des Bleiburger Hoteliers Stefan Breznik, der für die Kleine Zeitung vom 27.07.2010 gemeint hat: "Diese Geschichten sollten nicht aufgewärmt werden. Mit Inzko gibt es einen guten Weg."

Anscheinend stört dieser "gute Weg" jemanden! Es passt einigen offensichtlich nicht, dass die Kärntner Slowenen wieder positiv in den Medien Erwähnung finden, dass Inzko über Volksgruppengrenzen hinaus anerkannt ist, dass es erste kleine Schritte in Richtung einer Ortstafellösung gibt, dass immer mehr Menschen die slowenische Sprache und Kultur als positven Wert erkennen, und, und, und.

Wir sollten uns aber trotz des propagandistischen Donnerwetters nicht vom positiven Weg der Gemeinsamkeit und des Arbeitens für eine schöne - lebenswerte und zweisprachige Region abbringen lassen. Die Propagandamaschinerie läuft zwar, aber nichts ist so alt wie die Zeitung / Schlagzeile von gestern.

KOMMENTARE

Seit vielen Jahren fordere ich die verantwortlichen Politiker in Briefen, Leserbriefen und Zeitungsartikeln auf, endlich mit der ehrlichen Aufarbeitung der gemeinsamen Kärntner Geschichte zu beginnen, auch wenn die Wahrheit schmerzt. In meinem letzten Roman habe ich einige Punkte sogar konkret bezeichnet. In Klagenfurt wurde eine Lesung abgesagt, weil der Verantalter die von mir aufgezeigte Vergangenheit den Zuhörern nicht zumuten wollte. Der höchste Politiker hatte plötzlich keine Zeit zu kommen.

Die Historiker sind über die Vergangenheit voll informiert und sitzen bis 2020 auf diesem Schatz. Die Versuchung ist groß, nur der Mehrheit genehme Wahrheiten preiszugeben.

Bereits 2006 habe ich gemeint, dass ein gemeinsames Gebäude nicht auf Ruinen mit "Leichen im Keller" errichtet werden kann.

31.07.2010 19:10 | Ferdinand Skuk - Užnkov Nantl

Lieber Josef Habernik / dragi Joza!
Ti smem odgovoriti v nemščini:
"Dem neuen Ratsobmann zufolge soll das "Verstehen und Kennen der historischen Tatsachen" zu einem "gemeinsamen Ausblick in die Zukunft" in Kärnten führen - ganz im Sinne des Ingeborg Bachmann-Zitates, wonach die Wahrheit den Menschen "zumutbar" sei.

Bin grundsätzlich auch dieser Meinung. Jedoch nur dann, wenn die ganze - objektive Wahrheit ans Tageslicht kommt. Nach den ersten Aussagen des Vorsitzenden der sogn. Historikerkommission ist diese Hoffnung leider begraben worden. Bevor aber nur einseitige Erkenntnisse ans Tageslicht befördert werden, eben solche die die Auftraggeber der Kommission hören wollen, ist es viel besser, wenn diese Geschichten gar nicht aufgewärmt werden. Sollte diese Kommission auch Historiker aus der slow. Volksgruppe und der Uni Klagenfurt einbeziehen, bin ich gerne bereit meine Meinung zu revidieren!
Lep pozdrav

31.07.2010 08:28 | Vladi Smrtnik

Dr. Inzko ist anderer Meinung:Ich schließe mich seiner Meinung an.
GESCHICHTE 30.07.2010

Inzko vermutet "schmerzliche Erkenntnisse"
Valentin Inzko, Hoher Repräsentant für Bosnien-Herzegowina und neuer Obmann des Rates der Kärntner Slowenen, begrüßt die Untersuchung zu den Bombenanschlägen in den 70ern - rechnet aber auch mit "schmerzlichen Erkenntnissen" für beide Seiten.


"Versachlichung der Geschichtsdebatte"
Trotzdem sei die von Landeshauptmann Gerhard Dörfler eingesetzte Untersuchungskommission unter Wilhelm Wadl, dem Direktor des Landesarchivs, wie die Tatsache, dass diese Themen nun von bekannten Kärntner Historikern aufgearbeitet werden sollen, als "Versachlichung der Geschichtsdebatte" zu begrüßen.

Inzko rechnet dennoch auch mit "schmerzlichen Erkenntnissen" - "sowohl auf deutschkärntner Seite, aber auch auf Seiten der Kärntner
Slowenen".

Dass als Zeitrahmen für die Untersuchung das Jahr 2012 gewählt wurde "und nicht ein zu knapper Termin" ist laut Inzko ebenfalls begrüßenswert.

Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar
Dem neuen Ratsobmann zufolge soll das "Verstehen und Kennen der historischen Tatsachen" zu einem "gemeinsamen Ausblick in die Zukunft" in Kärnten führen - ganz im Sinne des Ingeborg Bachmann-Zitates, wonach die Wahrheit den Menschen "zumutbar" sei.

"Auf diesen Grundlagen wird es zu einem gerechteren und besseren Kärnten kommen. Zu
einem respektvolleren und toleranteren, in die Zukunft blickenden gemeinsamen Kärnten. Und daran wollen wir alle arbeiten. Wir sind dazu bereit", so Inzko.


Sprengstoffanschläge in den 70ern
In den 70er Jahren gab es in Kärnten etwa 20 Sprengstoffanschläge. Dramatischer Schlusspunkt der Anschlagsserie war der Bombenanschlag auf das Völkermarkter Museum am 18. September 1979, bei dem ein Mitarbeiter schwer verletzt wurde und zwei jugoslawische Attentäter gefasst werden konnten.

30.07.2010 16:40 | Josef Habernik

Zur "Historikerkommission": Wie es auch eine Zumutung ist, einen Mann zum Leiter einer Historikerkommission zu bestellen, der sich selbst mit einem seiner ersten Interviews sofort als ein dafür nicht geeigneter zu erkennen gibt.

Ein Zitat aus diesem Interview, das wohl entscheidende Zitat aus diesem Interview, das Dr. Wilhelm Wadl der kärntnerischen Ausgabe der Kronen Zeitung gab, am 27. Juli 2010 veröffentlicht, kann hier für das gesamte Interview stehen ...
http://www.bernhardkraut.wordpress.com

29.07.2010 09:03 | bernhard kraut
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