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12.02.
2009

Diplomarbeit

Der Rechtskonflikt als Identitätskonflikt

Heute hat mir Mag. Jürgen Pirker seine Diplomarbeit (Rechtswissenschaften und Geschichte) übergeben. Diese Geste hat mich sehr gefreut, denn er sah sie als Dankeschön für all jene, die er im Zuge des Entstehens dieses Werkes befragt hat und die mit ihren Aussagen auch ausführlich in der Diplomarbeit vorkommen. Die Arbeit ist absolut interessant. Natürlich konnte ich sie noch nicht gänzlich durchlesen. Es freut mich aber, dass sie auch publiziert wird. Zu erwarten ist eine neue/weitere Facette in der Aufarbeitung des Themas. In seiner 300 Seiten umfassenden Arbeit über den Kärntner Ortstafelkonflikt, kommt der Autor ua. zu folgenden Schlussfolgerungen (darf nur kurze Ausschnitte zitieren):

"Im Großteil der geführten Gespräche (ua. mit Grilc, Feldner, Sturm, Schretter, Sadovnik, Smrtnik, Kramer) ergibt sich ein Bezug auf den Begriff der "Kärntner Seele" des Psychologen Erwin Ringel.

Im Bereich der Vergangenheitsbewältigung sieht Ringel den Nationalsozialismus nicht nur verdrängt, sondern in gewisser Weise weitergetragen, was in der Stärke nationalistischer Politik ersichtlich wird. Die österreichische Seele vergleicht Ringel mit einer Zweizimmerwohnung. Das erse Zimmer bildet dabei gleichsam den Empfangssalon für Gäste, während das zweite Zimmer beschrieben wird wie eine Rumpelkammer, in welcher die dunklen und unaufgearbeiteten Seiten verborgen sind. Der Kärntner lässt den Einblick in dieses zweite Zimmer zu. Darin finden sich typische Ängste, das Misstrauen und eigene Minderwertigkeitsgefühle.

Betrachtet man den Konflikt in Kärnten, lässt sich festhalten, das die Strukturen dieses Konfliktes in den spezifischen Identitätskonstruktionen, geformt durch die Ereignisse in der Vergangenheit, gegründet sind.

Die Rechtsnormen lassen sich biegen im Sinne der differenten Auslegung und gerade die Rechtsverweigerung scheint in Kärnten eine "Robin - Hood" - Attitüde zu erlangen - Recht wird gebeugt, um wahres Recht durchzusetzen, welches seine Berechtigung nur im artikulierten Willen der Bevölkerung finden könne.

Ortstafeln sind letzlich Symbole der Identität und zeigen Zweisprachigkeit in Geschichte und Gegenwart. Sie erinnern an Identität, die abgelgt wurde ("Windische" - Assimilierte), Identität die gezeigt und gewahrt werden möchte (Kärntner Slowenen) und an die Bedrohung der eigenen nationalen Identifikation (Deutschkärntner).

Der Rechtskonflikt erweist sich letztlich als Ausdruck eines tiefer gelegenen Identitätskonfliktes, wenn auch die Bearbeitung dieser Thematik stets darauf beschränkt bleiben muss, nur die Spitze des Eisberges zu beleuchten."


Kann dem jungen Wissenschaftler zu der Arbeit nur gratulieren und bedanke mich, dass ich auch einen kleinen Beitrag zum Gesamtergebnis liefern durfte.

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