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23.05.
2013

Tatort "Unvergessen - nepozabljeno"

Tatort-Nachbetrachtung: Ein echter Wiener geht nicht unter

Tatort-Nachbetrachtung: Ein echter Wiener geht nicht unter

Der Eisenkappler "Tatort" sprengte alle Rekorde. Über 830.000 Zuseher nur in Österreich ist deutlich über den Erwartungen. Natürlich aber hat er auch Fragen aufgeworfen und Kritik ausgelöst. Mit einer sachlich kritischen Betrachtung des Films hat sich die Internetseite: http://www.bz-berlin.de auseinandergesetzt. Will diesen Artikel den Lesern von http://www.elnet.at nicht vorenthalten:

Bei einem Einsatz in Kärnten bekommt Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) eine Kugel in den Kopf. Böse Menschen haben keine Lieder, sagt der Volksmund. Trotzdem bekam der gute Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) das Grausen. "Immer dieses unerträgliche Gejaule", winselte der Ösi-Kieberer auf Ermittlungstour in Kärnten, als unten im Wirtshaus ein deutsch-slowenischer Chor heimatliches Liedgut schmetterte. Kollegin Bibi Zellner (Adele Neuhauser) beruhigte: "Nicht alles, was singt, ist braun."

Tief im Süden war Eisner diesmal unterwegs. Kärnten, ehemaliges Haider-Land, ist für einen Wiener so etwas wie der Wilde Westen. Im Grenzort Bad Eisenkappel, hart an der slowenischen Grenze, kämpfte Eisner mit Gedächtnisverlust und den Mauscheleien der Dorfhonoratioren. Letztere waren bis zur Dienstmütze hinauf angefüllt mit Misstrauen gegen den Ermittler aus der Hauptstadt. Deren Bewohner gelten in der österreichischen Provinz als mindestens genauso arrogant wie der FC Bayern unter den meisten deutschen Fußballfans.

Regisseur und Drehbuchautor Sascha Bigler fing das sehr sehr schön in einer Szene ein, in der einer der Dorfpolizisten mit Dartpfeilen auf ein Bild des Kabarett-Duos Stermann und Grissemann warf. Die beiden attackieren immer wieder Spießertum und Kleingeisterei, Verdrängen und Vergessen.

Vergessen war das große Thema in diesem starken "Tatort", sowohl im individuellen als auch im historischen Sinne. Nach anderthalb Minuten Film knallt jemand Eisner in seinem Wagen eine Kugel in den Kopf. Intensivstation, Tränen bei Tochter Claudia (Tanja Raunig), schwarzer Humor. Krassnitzer kotzt seinem Chef vor die Füße, sagt "ich bin fit". Statt in die Reha lässt sich der Ösi-Bulle in die Kärntner Karawanken chauffieren, dortin, wo er niedergeschossen wurde.

Was er dort wollte, weiß Eisner nicht mehr. Er leidet an retrograder Amesie. Das Gehirn blendet die Tatnacht einfach aus. Erinnerungssplitter tauchen jäh auf und verschwinden. Eine Frau, eine Berghütte, Lust und Leid - Gero Lasnigs Kamera ließ den Zuschauer Eisners gestörte Erinnerung in kinoreifen Bildern miterleben.

Mit seiner üblichen Hartnäckigkeit und Dickköpfigkeit kniete sich Eisner in diesen Fall hinein, bei dem ein Verbrechen in den letzten Tagen der Nazi-Herrschaft eine entscheidende Rolle spielte. Dorf-Magnat Wiegele (herrlich kotzbrockig gespielt von Jürgen Maurer) erwuchs dabei zu Eisners schärfstem Widersacher. Nur nicht in der Vergangenheit rühren, die Toten ruhen lassen - das Mantra der Verdrängung wurde in diesem "Tatort" beispiehaft durchdekliniert.

Am Ende entpuppte sich Wiegeles alzheimerkranker Vater als letzter noch lebender Täter bei einem Gemetzel an Partisanen auf einem Bauernhof. Eisners Ex-Affäre, eine Journalistin, hatte dazu recherchiert, musste aber sterben, weil sie den kriminellen Machenschaften ihres Mannes bei Medikamenten-Tests auf die Schliche gekommen war. Dieser letzte Schlenker, der in den letzten Minuten vom eigentlichen Thema wegführte und ein neues eröffnete, war dann auch der einzige Schwachpunkt eines sonst hervorragenden Wiener "Tatorts".

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